Mini-Computer: PC-Sticks können weniger als viele Käufer hoffen

Kleines Gehäuse und wenig Leistung: Die Stiftung Warentest stellt PC-Sticks und günstigen Mini-PCs ein eher schlechtes Zeugnis aus. Wer mehr Leistung braucht, muss tiefer in die Tasche greifen.

Bei extrem platzsparenden Computern müssen sich Nutzer auf wenig Leistung einstellen. PC-Sticks erledigen nur sehr einfache Aufgaben ohne Probleme, wie die Stiftung Warentest in einem Vergleich herausgefunden hat (Zeitschrift „test“/Ausgabe 10/2016).

Die kleinen Geräte von der Größe eines Schokoriegels stoßen mit ihrer schmalen Ausstattung schnell an Grenzen. Die sechs von der Stiftung getesteten PC-Sticks erreichten alle nur die Note „ausreichend“.

Schlechte Ausstattung

Die Warentester ließen die Kleinstrechner ein Prüfprogramm für Desktop-PC und Notebooks durchlaufen. Nur eines der sechs Geräte spielte nach Angaben der Stiftung dabei Full-HD-Videos ruckelfrei ab. Bei grafisch anspruchsvollen Spielen liefen die Sticks heiß und mussten mitunter nach wenigen Minuten die Prozessor-Taktung reduzieren.

Auch die übrige Ausstattung der Sticks überzeugte die Tester nur bedingt. Von den 32 Gigabyte Speicher, die die Testkandidaten jeweils mitbrachten, war jeweils schon rund ein Drittel durch die Betriebssysteme Windows 8.1 oder 10 belegt.

Die Hälfte der Sticks bietet bei Preisen von 100 bis 160 Euro auch nur einen USB-Anschluss – das reicht natürlich nicht, um Tastatur, Maus und auch noch eine externe Festplatte anzuschließen. Und für einen USB-Verteiler genügte laut den Warentestern mitunter der Strom der Kleinstrechner nicht – Nutzer bräuchten für den Betrieb ein externes Netzteil.

Mit Spielen überfordert

Bei den etwas größeren, aber auch teureren Mini-PCs zeigten sich die Warentester zufriedener, sie fanden aber auch kritische Punkte. Neun von elf Testgeräten bekamen die Noten „gut“ oder „befriedigend“.

Mehr als die Hälfte von ihnen spielte Full-HD-Videos ruckelfrei ab. Auch Standardaufgaben wie das Surfen im Internet sowie die Arbeit mit Office-Programmen erledigten die Mini-Rechner problemlos. Mit grafisch aufwendigen PC-Spielen waren sie hingegen überfordert.

Ein Mini-PC hatte weder WLAN noch Bluetooth an Bord – Käufer sollten also immer genau auf die Ausstattung achten, raten die Experten. Drei der Mini-Rechner hatten mit 32 Gigabyte auch nicht mehr Speicher als die getesteten PC-Sticks.

Die schlecht ausgestatteten Modelle bekamen dann auch die schlechtesten Noten: einmal knapp „befriedigend“, zweimal „ausreichend“. Mit 190 bis 260 Euro sind sie fast schon in der Preiskategorie der Sticks angesiedelt.

Qualität kostet

Bei Mini-PCs gilt: Qualität kostet und braucht auch etwas mehr Platz. Die besten vier Geräte im Test messen circa 20 mal 20 Zentimeter und nehmen damit mehr Fläche ein als ein DIN-A5-Blatt Papier. Weniger Platz als Desktop-PCs brauchen sie dennoch und können auch in puncto Leistung Einsteigerdesktops ersetzen, urteilen die Experten.

Preislich liegen die Testsieger zwischen 500 und 650 Euro. Am besten schnitt der Fujitsu Esprimo Q556 (Note 1,9) ab, gefolgt vom Dell OptiPlex 3040 MFF und vom Lenovo ThinkCentre M700 Tiny (beide 2,2). Auf den vierten Platz kam der Mac Mini von Apple (Note 2,3).

PC-Sticks und Mini-PCs sind zwar klein, ohne Peripheriegeräte wie Tastatur, Maus und Monitor aber nicht zu gebrauchen. Kompakte Alternativen mit Eingabegeräten und Bildschirm an Bord sind den Experten zufolge zum Beispiel Ultrabooks oder Tablets.

externer Link zum Artikel:

www.welt.de/wirtschaft/webwelt/article158634409

AMD Zen: Neue Prozessoren sollen DDR4-Speicher mit bis zu 3.200 MHz unterstüzen

Wie die Kollegen von bitsandchips.it erfahren haben möchten, hat AMD für die Zen-Prozessoren einen Speichercontroller von Rambus lizenziert. Dank diesem sollen die Modelle mit DDR4-Speicher mit effektiv bis zu 3.200 MHz (real 1.600 MHz) umgehen können. Bereits vermutet wurde, dass die Zen-Prozessoren modernen Arbeitsspeicher mit solch hohen Taktraten unterstützen wird, nun hat Rambus auch offiziell den Speichercontroller vorgestellt.

Der Speichercontroller selbst wurde für den 14LPP-Prozess optimiert, welche von Globalfoundries und Samsung verwendet wird. Jeder Hersteller kann den von Rambus entwickelten Controller lizenzieren. Neben DDR4-Speicher wird von dem Speichercontroller auch noch DDR3L und DDR3U sowie die ECC-Fehlerkorrektur unterstützt. Denkbar wäre somit sogar, dass die Zen-Prozessoren die ECC-Fehlerkorrektur beherrschen oder noch mit dem alten DDR3-Standard umgehen könnten.

Die aktuellen Intel-Prozessoren der Skylake-Generation für Sockel LGA 1151 sind nur für DDR4 bis 2.133 MHz (real 1.066 MHz) spezifiziert. Höhere Taktraten mit DDR4-Speicher kann nur inoffiziell über Overclocking realisiert werden.

Seite besuchen:
www.tweakpc.de/

Vierkern-PC auf einem Stick: Intel Compute Stick ab 110 Dollar vorbestellen

Der Intel Compute Stick ist ab sofort in den USA vorbestellbar. Damit bringt Intel einen HDMI-Stick auf den Markt, auf dem ein vollwertiges Windows 8.1 läuft. Ab Mitte April ist der Stick wohl auch in Deutschland erhältlich und soll hier 180 Euro kosten – in den USA liegt der Preis bei 110 Dollar für die Linux-Variante und 150 Dollar für die Windows-Variante. Der erste Retailer, der Bestellungen annimmt, heißt Newegg.

Compute Stick: Vollwertiger Rechner


Rund zehn Zentimeter Länge misst der Stick,
der an beliebige Monitore oder Fernseher mit HDMI-Schnittstelle angeschlossen werden kann. Ein Vierkern-Atom-Prozessor (1,33 GHz) und 2 GByte Arbeitsspeicher treiben Windows 8.1 (mit Bing) an. Für Daten stehen 32 GByte an Speicherplatz zur Verfügung. Außerdem gibt es einen microSD-Slot, über den der HDMI-Stick Speicherkarten entgegennimmt. Zur Verfügung stehen zudem WLAN (b/g/n-Standard), Bluetooth 4.0 und ein USB-Anschluss.

Stick-PC von Intel: Günstigeres Linux-Modell


Neben der Windows-Version des Sticks bietet Intel auch eine Variante des Sticks mit Linux an. Den Linux-Stick gibt es hierzulande wahrscheinlich ebenfalls billiger, es ist von 120 Euro die Rede. An Bord sind dann aber auch nur 1 GByte Arbeitsspeicher und 6 GByte Speicherplatz.

Die Idee, einen PC im Stick-Format anzubieten, ist allerdings nicht ganz neu: Seit Ende letzten Jahres gibt es etwa den Orbsmart, der bei ähnlicher Hardware-Ausstattung per Dual-Boot Windows 8.1 und Android 4.4 auf einem Stick unterbringt. Und auch für Intel ist es nicht der erste Kleinst-Rechner, wie der für Smart-Home-Anwendungen gedachte Edison zeigt.

 
Originalbeitrag lesen:

Der Trend geht weg vom klassischen PC

Auch im Jahr 2013 sind die Verkäufe von Desktop-PCs und Notebooks zurückgegangen. Die Umsatzzahlen für Tablet-Computer und generell mobile Geräte sind hingegen erneut gestiegen. Die Frage ist, wird der klassische PC bzw. das klassische Notebook langfristig aussterben? Bisher ist immer noch so, dass zum produktiven Arbeiten sich nur ein Desktop-PC oder ein Notebook eignen. Eine virtuelle Tastatur oder auch eine Spracherkennungssoftware ist immer noch nicht so weit, dass sie einen herkömmlichen Computer ersetzen kann. Vom PC Notdienst habe ich gehört, dass im letzten Jahr weniger Privatkunden und dafür mehr Firmenkunden die Dienstleistungen in Anspruch genommen haben. Das liegt daran, dass Tablet-Computer und dergleichen für das Surfen und einkaufen im Internet und zum Spielen genutzt werden. Notebooks und Desktop-PCs hingegen sind nach wie vor die Arbeitspferde in den Büros und im Außendienst. Die klassischen PCs werden wahrscheinlich erst dann sterben, wenn es Geräte gibt, die sich zum Beispiel in einer Kombination aus Sprache und Augenkontakt bedienen lassen und eine Tastatur und auch eine Maus gar nicht mehr gebraucht werden. Schon heute werden Autos vorgestellt, in denen man manche Funktionen per Blickkontakt auslösen kann. In ein paar Jahren wird das der Standard werden. Und wer weiß, in 10-20 Jahren könnte es sein, dass man in der Lage ist, einen Chip in das Gehirn einzupflanzen, der die Gedanken in einen Computer übertragen kann. Oder anstatt eines großen Bildschirms und weiterer Hardware setzten sich einfach eine Brille auf, mit der man sämtliche Funktionen ausführen kann. Für Dienstleister für IT-Service bedeutet der ständige Fortschritt auch ständige Weiterbildung. Jedes neue Gerät hat neue Features und Funktionen und die größere Vielfalt an Betriebssystemen wie Android, Windows Mobile oder neue Linux-Derivate fordert einen erhöhten Aufwand an Informationsbeschaffung.  Wir werden sehen, wie sich weiter entwickelt. Wie würde ein Mensch aus dem heutigen Marketingbereich sagen? Es bleibt spannend! Diesen Spruch kann man eigentlich für alles, was die Zukunft betrifft, anwenden, denn das Unbekannte ist eigentlich immer spannend.

Angelbird SSD wrk: SSD aus Österreich will sich einen Namen machen

Die nagelneue Angelbird SSD wrk soll ein Wolf im Schafspelz sein, wenn man der Gerüchteküche glaubt: Die mit Kapazitäten von bis zu 512 GByte erhältliche 7-mm-SSD kommt als Einsteiger-Laufwerk daher, soll aber sehr performant sein. Wir haben nachgemessen.

Der österreichische Hersteller Angelbird bringt mit der Angelbird SSD wrk eine neue Serie preisgünstiger Einsteiger-SSDs an den Start. Die in den drei Kapazitäten 128, 256 und 512 GByte erhältlichen, nur sieben Millimeter flachen 2,5-Zoll-Laufwerke sind jeweils in ein schickes Gehäuse aus gebürstetem Aluminium gehüllt und offiziell zu Preisen von gerundet 90, 150 und 290 Euro zu haben.

In deutschen Preisvergleichsdiensten wie Geizhals werden sie bisher aber nur im Ausland (wenig überraschend: Österreich) gelistet; es gibt derzeit (25. August) anscheinend noch keinen deutschen Vertrieb.

 

Trotz Einsteiger-Etikett soll die mit einem sechs GBit/s schnellen SATA-Interface ausgestattete Angelbird SSD wrk durch eine hohe Performance überzeugen, die aktuellen Top-SSDs wie der Crucial M550, Samsung 840 Pro und 840 Evo oder Toshiba Q Pro in nichts nachsteht.

Angetrieben vom Silicon-Motion-Controller 2246EN und synchronem MLC-Flashspeicher von Micron bringen es die flachen SSDs laut Angelbird auf eine sequenzielle Leseleistung von bis zu 563 MByte/s. Beim sequenziellen Schreiben sollen bis zu 450 MByte/s möglich sein, bei den I/O-Operationen pro Sekunde sind es maximal 72.000 IOPS.

Was das 512 GByte fassende Spitzenmodell Angelbird SSDWRK512 leistet, haben wir im Testlabor ermittelt. Soviel vorweg: Angelbird hat nicht zuviel versprochen und eine richtig schnelle SSD herausgebracht.

 

Software-Ausstattung

Für die SSDs der wrk-Serie beitet Angelbird übrigens ein kleines Softwarepaket an. Das liegt dem Laufwerk zwar auf einer CD oder DVD bei, steht aber auch auf der Homepage des Herstellers zum Download bereit. Um die Tools herunterladen zu können, muss man zuvor einen Account erstellen und dabei die eigene SSD registrieren.

Zum Testzeitpunkt kann man die folgende Software herunterladen: Windows-Nutzer dürfen sich übe eine Vollversion der Sicherungssoftware System Reflection Backup Professional freuen, während Mac-User Parallels Desktop 9 herunterladen und damit Windows-Programme flüssig auf ihrem Apfel-Rechner laufen lassen, solange diese nicht allzuviel Leistung beanspruchen.

Den Multimedia-Bereich auf dem Download-Portal will Angelbird noch weiter ausbauen. Derzeit finden sich dort mit puremix Compression und puremix Gearfest 2012 Video-Tutorials zum Thema Musik.

Technische Daten

Angelbird wrk (512 GByte)

Serial ATA 6 Gb/s SSD

Angelbirds 512 GByte große Version der ‚wrk‘ getauften SSD-Baureihe für preisbewusste Anwender sorgt im Test für solide Messwerte. Einzig die Ergebnisse bei den 4 KByte Random Reads/Writes ziehen die ansonsten schnelle wrk in der Gesamtwertung etwas herunter.

Technische Daten

Modellnummer :SSDWRK512

Formfaktor :2,5 Zoll, 7mm Bauhöhe

Schnittstelle :SATA 6 Gb/s

Controller :Sillicon Motion 2246EN

NAND-Typ :MLC (synchron), Micron (20 nm)

Cache :512 MByte (DDR3-1600)

Kapazität :512 GByte

weitere Kapazitäten :128, 256 GByte

Over-Provisioning :ca. 7%

Haltbarkeit (TBW/MTBF) :- / 2 Mio. Stunden

Geschwindigkeit (Lesen/Schreiben) :563 / 450 MByte/s

IOPS :72.000 (Schreiben)

Garantie :3 Jahre

Besonderheiten :Overload protection, TRIM, ECC, EMS , SMART

Testkonfiguration Performance-Messungen

System-Hardware
Prozessor: Intel Core i5-2500K (32 nm, Sandy Bridge, D2), 4C/4T, 3.3 GHz, 4x 256 KByte L2-Cache, 6 MByte L3-Cache, HD Graphics 3000, 95 Watt TDP, 3.7 GHz max. Turbo
Motherboard
(Sockel 1155):
Gigabyte Z68X-UD3H-B3, Revision: 0.2, Chipset: Intel Z68, BIOS: F3
Arbeitsspeicher: Corsair TR3X6G1600C8D, 2x 2 GByte DDR3-1333
System-SSD: Intel X25-M G1, 80 GByte, Firmware 0701, SATA (3 GBit/s)
Controller: Intel PCH Z68, SATA/600
Netzteil: Seasonic X-760, 760 Watt, SS-760KM, Active PFC F3
Benchmarks
Performance-Messungen: h2benchw 3.16
PCMark 7 1.0.4
I/O-Performance: IOMeter 2006.07.27
Fileserver-Benchmark
Webserver-Benchmark
Database-Benchmark
Workstation-Benchmark
Streaming Reads
Streaming Writes
4K Random Reads
4K Random Writes
System-Software & Treiber
Betriebssystem: Windows 7 x64 Ultimate SP1
Intel Inf: 9.2.0.1030
Intel Rapid Storage: 10.5.0.1026

Testkonfiguration Messungen Leistungsaufnahme

System-Hardware
Prozessor: Intel Core 2 Extreme X7800 (65 nm, Merom XE, E1), 2C/2T, 2.6 GHz, 4 MByte L2-Cache, 44 Watt TDP
Motherboard (Sockel 478): MSI Fuzzy GM965, Revision: 1.0, Chipset: Intel GM965, BIOS: A9803IMS.220
Arbeitsspeicher: Crucial BallistiX CM128M6416U27AD2F-3VX, 2x 1 GByte DDR2-666
System-HDD: Western Digital WD3200BEVT, 320 GByte, SATA (3 GBit/s), 5400 U/min
Controller: Intel ICH8-ME
Netzteil: Seasonic X-760, 760 Watt, SS-760KM, Active PFC F3
Benchmarks
Video-Playback: VLC 1.1.1
Big_Buck_Bunny_1080p
I/O-Performance: IOMeter 2006.07.27
Database-Benchmark
Streaming Writes
System-Software & Treiber
Betriebssystem: Windows 7 x64 Ultimate SP1
Intel Inf: 9.2.0.1021
Intel Graphics: 15.12.75.4.64

 

Homepage:

http://www.tomshardware.de

Intel Core i7-5960X im Test: Die PC-Revolution beginnt mit Octacore und DDR4

Intel Core i7-5960X im Test

Intels neues Topmodell für Desktop-PCs, kleine Workstations und Übertakter startet früher als erwartet – und ist mit alter Software manchmal langsamer als der Vorgänger. Für Profis kann sich der Prozessor Core i7-5960X dennoch lohnen.

Diesmal gibt es nicht wenige, sondern gar keine Aufrüstmöglichkeiten: Wer Intels neue Serie Core-i7-5900/5800 nutzen will, braucht eine neue CPU, ein neues Mainboard und neuen Speicher. Das schreckt zunächst ab, ist aber logisch. Der hier getestete Core i7-5960X basiert wie alle Extreme-CPUs der vergangenen Jahre auf Server-Technik, genauer dem ebenfalls bald erwarteten Haswell-EP, der als Xeon 2600 v3 erscheinen wird.

Diese neuen Xeons bringen eine Generalüberholung der gesamten Infrastruktur mit sich, sodass sich auch beim Haswell-E 5960X zahlreiche Änderungen ergeben. Da die Produkte bei Servern und Workstations mehrere Jahre aktuell bleiben, dürfte Intel auch die neue Plattform entsprechend lange pflegen.

Das zeigt sich schon am neuen Sockel LGA 2011-v3, der nur mechanisch gleich bleibt. Selbst alte Kühler, die vor drei Jahren für Sandy Bridge-E (Core-i7-3900) angeschafft wurden, passen also noch. Dennoch sind neue Mainboards nötig, denn die 2011 Kontakte sind anders beschaltet. Das ist dem DDR4-Speicher geschuldet, für den Haswell-E wie gehabt vier Speicherkanäle mitbringt.

DDR4 ist eine direkte Anforderung von Server- und Supercomputerherstellern, die sich laut Intel vor allem mehr Bandbreite wünschen, selbst wenn dafür die Latenzen steigen. Da bei solchen Anwendungen vor allem große Programme und Daten bearbeitet werden, ist die effektive Bandbreite des Hauptspeichers wichtiger als bei kleinen Desktop-Anwendungen. Andere Techniken wie höchstens 40 PCI-Express-Lanes in Version 3.0 und weitere Schnittstellen blieben weitgehend unverändert.

Wichtigste Neuerung sind die acht Kerne, die per HyperThreading 16 Threads parallel verarbeiten können. Nach Intels Lesart ist der 5960X die erste Achtkern-CPU des Unternehmens für Desktop-PCs. Das stimmt nur soweit, wie man nur Core-CPUs und kleinere Modelle als für den Desktop geeignet ansehen mag. Findige Bastler setzen aber schon seit Jahren auch Xeons in günstigen Desktop-Boards ein. Dabei bezahlt man aber stets meist nicht genutzte Funktionen wie die Eignung für ECC-Speicher und die Fernwartung vPro mit – beides unterstützt auch der 5960X nicht. Auch von AMD gibt es seit den ersten Bulldozer-FX-CPUs acht Kerne, wobei aber nur acht Integer-Einheiten vorhanden sind und halb so viele FPU- und SIMD-Rechenwerke.

Der entscheidende Unterschied zu den Xeons sind bei den neuen Core-CPUs die offenen Multiplikatoren sowie weitere Übertaktungsfunktionen. Da sich die Strukturbreite von 22 Nanometern gegenüber Ivy Bridge-E nicht geändert hat, bedingen die beiden zusätzlichen Kerne und der von 15 auf 20 MByte vergrößerte L3-Cache insgesamt bis zu 2,6 Milliarden Transistoren und eine höhere Leistungsaufnahme. Statt 130 Watt TDP sind nun 140 Watt abzuführen, was aber mit guten Luftkühlern noch möglich ist. Damit das klappt, mussten die Taktfrequenzen gesenkt werden.

Mehr Kerne, mehr Cache, weniger Takt

Während der erst vor einem Jahr erschienene Core i7-4960X (Ivy Bridge-E) mit seinen sechs Kernen noch einen Basis- und Turbotakt von 3,6 und 4,0 GHz erreichte, kommt der Core i7-5960X nur auf 3,0 und 3,5 GHz. Mehr Leistung kann er also nur dann erreichen, wenn seine um ein Drittel höhere Zahl an Kernen von der Software auch genutzt wird. Dabei gilt es aber noch die kürzlich von Golem.de ausführlich beschriebenen Eigenheiten der Turbos zu beachten.

Der Basistakt ist bei Intel-CPUs nur die Frequenz, welche die Kerne unter den ungünstigsten Bedingungen mindestens erreichen. In der Praxis liegt auch bei voll in Threads aufgeteilten Programmen wie Cinema4D bei stundenlanger Last der Takt höher – und zwar beim 5960X prozentual gesehen noch höher, als beim 4960X.

Intel gibt einen Turbo-Takt von 3,3 GHz bei Belastung aller Kerne für den 5960X an, den die CPU in unserem Test auch stets erreichte. Das liegt drei Multiplikatorstufen über dem Basistakt. Beim 4960X ist es nur eine, da diese CPU aber dann mit 3,7 GHz läuft, ist sie mit schlecht in Threads aufgeteilten oder gar Single-Thread-Programmen dennoch schneller als der Nachfolger. Wohl daher ist anders als früher befürchtet der 5960X auch nicht teurer als der 4960X, für beide Prozessoren gilt der Großhandelspreis von 999 US-Dollar zuzüglich Steuern.

Da es jetzt ein Drittel mehr Kerne gibt, wurde auch der L3-Cache um ein Drittel aufgestockt, und zwar von 15 auf 20 MByte. Im Verhältnis wurde der schnelle Zwischenspeicher bei den beiden Sechskernmodellen 5930K und 5820K mit 15 MByte sogar überproportional größer, für den Hexacore 4930K gab es nur 12 MByte. Einen Quad-Core wie den 4820K bietet Intel mit der Serie Haswell-E nicht mehr an, seinen Platz übernimmt der 4790K.

Wer sich mit dem 5960X besonders große Systeme mit mehr als zwei Grafikkarten bauen will, stößt an eine schon von seinem Vorgänger bekannte Grenze: Es sind nur 40 PCIe-Lanes in Version 3.0 vorhanden. Das reicht für zwei Grafikkarten mit x16-Anbindung, eine dritte bekommt nur noch 8 Lanes. Bei vier Karten müssen sich drei mit x8-Anbindung begnügen. Bei Spielen reduziert das die Leistung kaum, bei Rechenanwendungen für GPUs kann das aber zum Flaschenhals werden.

Dazu kommt noch, dass mit M.2-SSDs nun eine weitere Komponente zum Nachrüsten existiert, die im Idealfall mit vier PCIe-Lanes angebunden werden sollte. Das hat auch Asus mit dem zum Test verwendeten Highend-Mainboard Rampage V Extreme recht kompromisslos umgesetzt: Wenn sich im vierten PCIe-Slot eine Karte befindet, wird die M.2-Schnittstelle abgeschaltet. Dank Dual-GPU-Karten lassen sich aber dennoch vier Grafikprozessoren und eine M.2-SSD verwenden, alternativ gibt es an diesem Mainboard auch zwei Sata-Express-Schnittstellen, wenn vier Grafikkarten verwendet werden sollen.

Die Zahl der PCIe-Lanes ließ Intel auch bei den beiden kleineren Haswell-E unverändert, der 5930K besitzt 40 Leitungen und der 5820K nur 28. Mit dem kleinsten der neuen Prozessoren lassen sich also nicht einmal mehr zwei Grafikkarten mit voller Bandbreite ansteuern, das war beim 4820K mit 40 Lanes noch anders. Dennoch reichen die PCI-Express-Anbindungen für mehr Erweiterungen als bei den Quad-Cores der Serie Core-i-4000, denn dort sind bei allen Prozessoren höchstens 16 Lanes vorhanden. Die PCIe-Lanes die direkt im Root-Complex des Prozessors sitzen, stehen exklusiv für Steckkarten zur Verfügung, alle anderen Schnittstellen des X99-Chipsatzes inklusive 8 PCIe-Lanes in Version 2.0 stellt dieser selbst zur Verfügung.

Sparsamer X99-Chipsatz und DDR4-Speicher

Traditionell gelten die X-Chipsätze für Intels Highend-Plattformen als Stromverschwender – das hat sich mit dem X99 endlich geändert. Zwar gibt Intel gegenüber dem Vorgänger X79 – ein X89 erschien nie – nur eine Senkung der TDP von 7,8 auf 7 Watt an. Die Strukturbreite wurde aber von 65 auf 32 Nanometer verkleinert, sodass der TDP-Wert wohl nur symbolisch ist, damit die Mainboardhersteller nicht viel zu kleine Kühler verbauen. Da kaum noch Zusatzchips nötig sind, kann die gesamte Plattform viel weniger Energie als bei Sandy Bridge-E und Ivy Bridge-E aufnehmen.

So gibt es nun endlich auch in der Extreme-Serie native Unterstützung für USB 3.0, und zwar gleich für sechs Ports. Wenn mehr Anschlüsse wie beim Asus Rampage V vorhanden sind, arbeiten weiterhin andere USB-Controller auf dem Mainboard – wer sie nicht braucht, kann sie im UEFI abschalten. Zusätzlich gibt es durch den Chipsatz auch bis zu acht USB-2.0-Ports.

Mit zehn Sata-Anschlüssen mit 6 GBit/s stellt der X99 auch so viele Schnittstellen für Massenspeicher zur Verfügung, dass sich damit größere Desktop-RAIDs realisieren lassen. Für Selbstbau-Server sind aber zusätzliche Ethernet-Schnittstellen nötig, nur einen Gigabit-Port kann der Chipsatz direkt anbinden. M.2-Slots sieht Intel nicht direkt vor, sie können aber über die PCIe-Lanes des Prozessors zur Verfügung gestellt werden.

Sparsamkeit ist auch beim neuen Speichertyp DDR4 angesagt. Statt minimal 1,35 Volt bei DDR3 sind DDR4-DIMMs von Anfang an auf 1,2 Volt ausgelegt. Die Speicherchips mit ihren immer kleineren Strukturen von derzeit unter 30 Nanometern machen das eigentlich schon länger mit, nur waren die Adressierungsverfahren und die Busprotokolle für das inzwischen 15 Jahre alte Prinzip von DDR-Speichern kaum geeignet.

Folglich arbeitete das Normierungsgremium JEDEC schon seit über drei Jahren daran, die Organisation der DRAMs und der physikalischen Busse möglichst gleich zu lassen und die Übertragung dennoch schneller zu machen. Alles andere hätte völlige Neukonstruktionen von Speichercontrollern und Mainboards bedeutet. Geeinigt hat man sich schließlich auf neue Protokolle, die Gruppierung in internen Bänken – nicht zu verwechseln mit den üblichen Banks – und mehr parallele Zugriffe durch ein erweitertes Prefetching. Damit die Signalqualität erhalten bleibt, kann der Bus dynamisch invertiert werden.

All das geht mit heutigen Speicherchips zu Lasten der Latenz. Die günstigsten der im Vergleich zu DDR3 ohnehin noch teuren DDR4-Module haben ein CAS-Latency von 17, ein Wert, den auch billigste DDR3-Speicher leicht unterbieten. Ausgeglichen wird das durch einen höheren Takt. Wo effektiv 2.133 MHz bei DDR3 schon zu den besseren Übertakter-Modulen zählen, ist das bei DDR4 die Einstiegsfrequenz – zumindest bei den bisher verfügbaren Modulen.

Allerdings ist DDR4-2133 auch der höchste Wert, den die JEDEC spezifiziert hat, es gibt aber auch schon Module mit 2.800 MHz, und 3.000 MHz sind angekündigt, aber noch kaum verfügbar. Damit die Mainboards die richtigen Timings einstellen, hat Intel sein Extreme Memory Profile (XMP) in Version 2.0 neu aufgelegt – ein Sprung von der bisherigen Version 1.3, die für DDR3 weiterhin gültig ist.

Für den bisherigen Speicher gibt es zwar schon länger auch Module mit effektiv 3.000 MHz und mehr, sodass der Vorteil von DDR4 sich erst langfristig zeigen muss. Er liegt, weil durch Server-Technik getrieben, vor allem in mehr Speicher bei nicht überproportional steigender Leistungsaufnahme. Das zeigte sich schon auf der Computex 2014, als Mainboardhersteller 128 GByte für Haswell-E empfahlen – Intel sieht nur 64 GByte vor.

Äußerlich unterscheiden sich die die neuen Module durch 288 statt 240 Kontakte, dabei sind sie an der Kontaktseite unverändert 134 Millimeter breit. Damit die höhere Dichte der Anschlüsse sicher in den Slot findet, stehen die mittleren Kontakte bei DDR4-Modulen etwas hervor, was mehr Aufwand bei der Fertigung der Platinen bedeutet. Mechanisch passen durch eine verschobene Einkerbung DDR3-Module nicht in DDR4-Slots und umgekehrt. Irrtümliches Einstecken ins falsche Board ist so ausgeschlossen.

Testsysteme und Verfahren

Wir testen für die Benchmarks ein Vorserienexemplar (ES) des Core i7-5960X auf dem Asus-Mainboard Rampage V Extreme aus der ROG-Serie. Es bietet nicht nur den Intel-Sockel 2011-v3, sondern eine Sonderversion, die zum Übertakten mehr Pins der CPU ansteuert, wie unsere Kollegen von PC Games Hardware herausgefunden haben. In unserem Technologievergleich der Plattformen von 2013 und 2014 laufen die Systeme aber innerhalb ihrer Werkseinstellungen.

Da Intel zum ersten Mal seit über drei Jahren die Zahl der Kerne für Desktop-PCs wieder erhöht hat, aber den Takt senkte, konzentrieren wir uns auf den Vergleich von 4960X, 5960X und dem 4770K als erstem Haswell-Quadcore.

Die Messungen der beiden Extreme-CPUs erfolgen sowohl mit dem für die anderen Prozessoren verwendeten Netzteil Dark Power Pro von Be Quiet mit 850 Watt Nennleistung als auch mit dem recht sparsamen und neueren Straight Power desselben Herstellers mit 400 Watt und 80+-Gold-Zertifizierung. Dabei wurde die für die grafiklastigen Tests verwendete Radeon HD 7870 durch eine Radeon HD 6450 ersetzt, die für den Windows-Desktop nur 7 Watt benötigt. Dafür gibt es eigene Diagramme, die nur die Leistungsaufnahme von Intels Extreme-Editions vergleichen. Als Treiber kommt der WHQL-zertifizierte Catalyst 14.4 zum Einsatz. Die Zusatzchips der Mainboards und andere Erweiterungen wie WLAN-Adapter oder LED-Beleuchtungen schalten wir ab.

Intels bisherige Sechskerner laufen auf dem MSI-Mainboard X79A-GD65 8D mit X79-Chipsatz, dort verwenden wir 16 GByte DDR3-2133-Speicher mit den Timings 11-12-12-31. Das ist für Vergleichbarkeit wichtig, weil effektiv 2.133 MHz bisher die kleinste Taktfrequenz für verfügbare DDR4-Module sind. Dort betragen die Timings 15-15-15-35. Die gleichen DDR3-Speicher wie für die Hexacores stecken wir auch in das Z87-Deluxe von Asus, in dem der 4770K vermessen wird.

Alle Anwendungen und Daten kommen von einer Intel-SSD der Serie 520 mit 240 GByte Kapazität, von denen wir 24 GByte für besseres Wear-Levelling unpartitioniert lassen. Die Messungen finden unter Windows 7 Ultimate in der 64-Bit-Version statt, da wir wissen, dass dieses Betriebssystem auch bei den Lesern von Golem.de noch die am weitesten verbreitete Windows-Version und für Benchmarks zuverlässiger ist. Wo möglich, verwenden wir die 64-Bit-Versionen der Anwendungen.

Synthetische Benchmarks zeigen Single-Thread-Schwäche

Acht gegen sechs Kerne lautet das Duell beim Vergleich von 4960X und 5960X. Beim Vergleich der beiden Sechskerner 3960X und 4960X ergaben sich durch die Architekturverbesserungen und den gering gesteigerten Takt 7 bis 10 Prozent mehr Rechenleistung. Intels Ziel ist es, mit jedem neuen CPU-Design, wozu auch Haswell zählt, rund 10 Prozent mehr zu erreichen. Beim 5960X ist dafür der Takt geringer als bei seinem Vorgänger – das kann sich bei Single-Thread-Anwendungen trotz der Architekturvorteile negativ auswirken. Werden jedoch alle Cores voll ausgelastet, sind in der Theorie rund 30 Prozent mehr Leistung zu erzielen.

Das zeigen auch Cinebench R11.5 und R15, die mit Takt und Kernzahl nahezu perfekt skalieren: Der 5960X ist fast ein Drittel schneller als der 4960X, alle anderen CPUs sind abgeschlagen. Bei beiden Programmen lässt sich auch nur ein Kern nutzen, dann ist der 4960X durch seinen Taktvorteil gleichauf. Um die Leistung pro Takt zu bewerten haben wir beide CPUs auch mit einem festen Multiplikator von 30 auf 3,0 GHz eingestellt und Cinebench R15 neu vermessen. Durch zwei Kerne mehr gewinnt dann auch der 5960X.

Das ist auch bei Nutzung von nur einem Core der Fall, allerdings fällt das Ergebnis mit 108 gegenüber 110 Punkten zu Gunsten des 5960X äußerst knapp aus. Immerhin kann der Haswell-E hier seinen Architekturvorteil und den größeren L3-Cache offenbar noch ausspielen. Zudem bleibt Cinebench lange Zeit auf dem selben Kern, was bei älteren Anwendungen nicht der Fall ist.

Ein Extrembeispiel für ein Programm, das ständig die Kerne wechselt – was die CPU intern unter anderem durch Cache-Flushes durcheinanderbringt – ist SuperPi Mod XS 1.5. Wenn wir damit die Kreiszahl auf 4 Millionen Nachkommastallen berechnen, braucht der 5960X über zwei Sekunden länger als der 4960X. Der höhere Turbotakt des Ivy Bridge-E bringt hier den Vorteil, SuperPi ist so klein, dass der größere L3-Cache nicht ins Gewicht fällt. Wenn also noch sehr alte Single-Thread-Anwendungen eingesetzt werden müssen, sollte man durch eigene Tests prüfen, ob sich die neue CPU lohnt. Dann kann auch ein viel billigerer Quad-Core wie der 4790K mit 4,4 GHz bei Belastung eines Kerns schneller sein.

Bei Multithreading-Anwendungen schlägt die um ein Drittel erhöhte Kernzahl aber in der Regel zu, wenn sich die Programme nicht durch die für Desktops ungewohnt hohe Zahl von 16 Threads verwirren lassen.

Medienbearbeitung und Kompression

Selbst wenn ein Programm die acht Kerne und 16 Threads nutzt, kann es auf dem 5960X nicht automatisch schneller sein als beim 4960X. Das ist beispielsweise bei Lightroom der Fall, womit wir 257 Raw-Dateien in LZW-komprimierte TIFFs konvertieren. Dabei lastet das Adobe-Programm die Kerne ungleichmäßig aus, sodass der 5960X leicht langsamer als der 4960X ist. Das heißt nicht, dass die neue CPU sich nicht für Bildbearbeitung eignet. In nicht bewerteten Vergleichen mit Photoshop-Filtern wie Nik Dfine und Color Efex zeigte sich eine gleichmäßige Auslastung.

Ebenfalls langsamer kann der Haswell-E sein, wenn mit Winrar in der 64-Bit-Version die gleichen Raw-Dateien mit normaler Kompression in ein Rar-Archiv verpackt werden sollen. Wenn die gleiche SSD verwendet wird, ist der 4960X durch seinen höheren Turbo-Takt etwas schneller fertig. Wenn solche Aufgaben häufig anstehen, reicht aber schon die Erhöhung um zwei Multiplikatorstufen um den Nachteil auszugleichen. Das ist zwar eine moderate Übertaktung, viele professionelle Anwender schrecken aber vor solchen Eingriffen für ein Produktivsystem noch immer zurück.

Wir haben außerhalb der bewerteten Tests den Rechner sowohl bei der Konvertierung wie auch der Kompression praxisnah genutzt. Dabei fiel auf, dass der Start großer Programme wie Cinema4D oder der Aufruf komplexer Webseiten spürbar schneller abliefen. Genau messbar sind solche Vorteile von einigen Sekunden kaum, es geht eher um einen psychologischen Vorteil: Auch Aufgaben, die ältere Systeme voll auslasteten und unbenutzbar machen, sind nun kein Hindernis mehr, das von anderen Arbeiten abhält.

Wenn nicht gerade alle Kerne unter voller Last stehen, wie das etwa beim Rendering mit Cinema4D der Fall ist, reagiert ein Rechner mit dem Core i7-5960X fixer auf Eingaben und den Start anderer Anwendungen. Es sind stets vier Threads mehr verfügbar als beim 4960X, auf welche das Betriebssystem die Aufgaben verteilen kann.

Für Medienschaffende ist es aber unabdingbar, vor der Anschaffung einer Achtkern-CPU beim Hersteller der meistgenutzten Anwendungen nachzufragen, wie viele Threads von diesen tatsächlich genutzt werden. Da schon acht Threads durch Quad-Cores mit Hyperthreading seit Jahren üblich sind, sollten moderne Programme auch das doppelte nutzen können – denn Achtkerner sind durch die Xeons und AMDs FX-CPUs auch nicht brandneu, mit Intels neuem Haswell-E dürfte die Verbreitung noch etwas zunehmen.

Zahlreiche weitere Benchmarks des 5960X, vor allem mit Spielen, finden sich bei unseren Kollegen der PC Games Hardware, die auch das kleinere Modell 5820K vermessen haben. Den 5960X konnten sie auf bis zu 4,7 GHz übertakten, was aber eine Leistungsaufnahme für das Gesamtsystem von 271 Watt zur Folge hatte.

Rendertests mit über 27 Stunden

Wenn von Multicore-CPUs wie dem 5960X die Rede ist, fällt vielen Anwendern als Paradedisziplin der Videoschnitt ein – das ist aber nicht unbedingt die Programmkategorie, bei denen die Vielkerner ihren Vorteil voll ausspielen können. Noch besser ist 3D-Animation geeignet.

Um zu zeigen, wie sich mehr Kerne in der Praxis der Mediengestaltung auswirken, berechnen wir daher mit Cinema4D R15 ein echtes Projekt. Es wurde uns von dem freischaffenden Fotografen und Filmer Andreas Brauner zur Verfügung gestellt. Anders als beim Cinebench R15 werden damit die Einzelbilder eines 30-Sekunden-Films mit 25 fps berechnet. Dabei entstehen pro Sekunde aber nicht 25 Bilder, sondern 250.

Für die Weiterverarbeitung werden nämlich neben den Bildern der Objekte auch Beleuchtung und Effekte in einzelnen TIFF-Dateien gespeichert, die später in einem Compositing-Programm in Ebenen zusammengefügt werden. Dadurch muss etwa für eine Abdunklung einer einzelnen Szene nicht der gesamte Film neu gerendert werden. Der Rechenaufwand für die Bilder ist enorm: Auf einem Core i7-4770K braucht die Erstellung von 30 Sekunden Animation über 27,5 Stunden Renderzeit.

Da Cinema4D mehr Kerne stets nutzt, sinkt dieser Zeitaufwand mit dem 4960X und erst recht dem 5960X deutlich. Mit Ivy Bridge-E und sechs Cores sind nur noch 20 Stunden und 23 Minuten nötig, was den Arbeitsablauf bei der Produktion entscheidend beeinflussen kann: Das Rendering kann am Abend eines Arbeitstages gestartet werden und ist am Nachmittag des nächsten Tages fertig. Dann können noch Anpassungen vorgenommen werden, und wiederum einen Tag später liegt das hoffentlich korrekte Ergebnis vor. Mit 27,5 Stunden verschieben sich die Arbeiten, sofern nicht Nachtschichten eingelegt werden, immer um einen Tag mehr.

Mit dem 5960X ist der Film bereits nach 14 Stunden und 40 Minuten fertig, was noch mehr Spielraum für Überarbeitungen erlaubt, weil nicht einmal mehr einen Arbeitstag, inklusive der Nacht, gewartet werden muss. Wer das Rendering um 19 Uhr startet, kann am nächsten Morgen um 10 Uhr das Ergebnis überprüfen, und beispielsweise nach einer Konferenz mit Mitarbeitern schon mittags einen neuen Durchlauf starten.

Alle Plattformen, sowohl mit 4770K wie 4960X und 5960X liefen bei unseren Rendertests trotz 16 GByte Speicher mit je vier Modulen auch bei mehreren Durchläufen vollkommen stabil. Dass für tagelanges Rechnen also unbedingt ECC-Speicher nötig ist, scheint zumindest für Cinema4D nicht zuzutreffen.

Leistungsaufnahme mit deutlich höherer Effizienz

Allein an der TDP lässt sich der Energiebedarf moderner Prozessoren nicht beurteilen. Sie ist eine technische Angabe für PC-Hersteller, nicht das, was der Rechner ständig an Leistung aufnimmt. Beim 5960X zeigt sich das deutlich: Die TDP für die CPU allein ist mit 140 Watt angegeben, dennoch nimmt unsere Testplattform mit sparsamem Netzteil nur 146 Watt unter Last auf allen Kernen auf. Das gilt für ein sparsames 400-Watt-Netzteil. Soll für mehrere Grafikkarten ein 850-Watt-Modell genutzt werden, sind es unserem Fall 158 Watt.

Bei ruhendem Windows-Desktop ist die Leistungsaufnahme in einem effizienten PC auf 38 Watt zu drücken, mit weniger sparsamem Netzteil sind es noch 44 Watt. Alle Idle-Werte liegen deutlich unter denen des 4960X, unter Last benötigt der 5960X-PC aber im besten Fall 146 statt 136 Watt wie beim 4960X-System. Da dabei jedoch für rund 30 Prozent mehr Rechenleistung nur gut 7 Prozent mehr Energie aufgewendet werden müssen, ist der Haswell-E dennoch der deutlich effizientere Prozessor.

Nun vom 4960X umzusteigen, dürfte sich aber rein aus Gründen der Energieeinsparung kaum lohnen, selbst wenn um den 5960X herum eine Maschine gebaut werden soll, die stets unter Volllast steht. Bis die rund 1.500 Euro für CPU, Mainboard und RAM an Stromkosten eingepart sind, ist die Plattform längst veraltet.

Bei allen Betrachtungen der Leistungsaufnahme von Highend-CPUs ist neben dem Netzteil das Mainboard entscheidend. Unser verwendetes Rampage V von Asus ist auf Overclocking, nicht Effizienz getrimmt. Die große E-ATX-Platine bedingt allein schon längere Leitungen. Dass sich damit dennoch geringere Idle-Werte als beim 4960X ergeben, den wir auf einem recht sparsamen MSI-Mainboard gemessen haben, beeindruckt umso mehr. Auf beiden Boards haben wir alle Zusatzchips, Funkmodule und die LED-Beleuchtung für diese Messungen abgeschaltet. Mit all diesem Zubehör nimmt das Rampage V rund 10 Watt mehr auf.

Mit kleineren Mainboards und noch effizienterem Netzteil – unser Be Quiet ist nach 80 Plus Gold zertifiziert – sollten auch Haswell-E-Systeme zu machen sein, die an der 30-Watt-Grenze kratzen. Für eine komplett neue Plattform ist das eindrucksvoll, insbesondere die Hersteller von kleinen Workstations sollten diese Vorteile durch sorgfältige Konfiguration nutzen.

Fazit

Der Core i7-5960X markiert einen Umbruch. Intel setzt konsequent auf mehr Kerne, auch wenn der Takt dafür etwas geringer ausfällt. Ohne Übertaktung ist die Achtkern-Plattform bei geringer Last sogar sparsamer als die Sechskern-Vorgänger. Haben alle Cores viel zu tun, rechtfertigt die Mehrleistung die gering erhöhte Leistungsaufnahme völlig. Ein effizientes Netzteil ist dafür die Voraussetzung.

Auch wenn ein Drittel mehr Kerne für Medienschaffende, welche die Kosten einer Xeon-Workstation scheuen, zunächst verlockend scheinen, will ein Umstieg dennoch gut überlegt sein. Ein neues Mainboard und neuer Speicher sind neben der CPU in jedem Fall zu bezahlen – da war der unveränderte Preis der Highend-CPU für Intel fast schon Pflicht. Soll für Medienbearbeitung ohnehin ein komplett neuer Rechner angeschafft werden, weil der alte noch genutzt wird, ist der 5960X die bessere Wahl als der 4960X.

Das gilt vor allem, wenn Zukunftssicherheit wichtig ist. Da die entsprechenden Xeon-CPUs demnächst erst erscheinen, dürfte Intel die neue Plattform einige Jahre mit neuen Produkten pflegen. Das ist bei der Serie 4900 nun nicht mehr zu erwarten. Wer einen Rechner damit noch aufrüsten oder von 3900 auf 4900 umsteigen will, sollte das bald tun, denn irgendwann werden die älteren CPUs als Neuware rar und teuer. Ein aktuelles gutes Beispiel noch für X79-Boards ist der Xeon E5-2650 v2 mit acht Kernen bei 2,6 bis 3,4 GHz. Dafür muss das Board aber eine passende Firmware besitzen. Übertakter, die sich ihr Technikspielzeug etwas kosten lassen, haben ohnehin kaum eine Wahl als den 5960X, denn andere Achtkerner mit offenem Multiplikator gibt es sonst in diesen Leistungsdimensionen nicht.

Dass beim Start einer neuen Speichergeneration wie jetzt mit DDR4 die Produktauswahl so groß ist, stellt ebenfalls ein Novum dar. Da aber bisher fast ausnahmslos auf Overclocker zugeschnittene Module erhältlich sind, sind die Preise entsprechend hoch. Schon in einigen Wochen dürfte sich das ändern, wenn die DIMMs für Xeons verfügbar werden – dann ist auch viel Speicher zu Preisen von DDR3 zu erwarten.  (nie)

 

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