Smartphones: So surfen Sie im Ausland günstig im Internet

Dank Tablet-PCs, Smartphones und Notebooks können Sie auch während des Urlaubs im Internet surfen. Das kann im Ausland jedoch recht schnell sehr teuer werden. Wie Sie die Fallstricke umgehen.

E-Mails schreiben, Fotos zu Facebook hochladen und an die Familie schicken, Nachrichtenseiten abrufen oder den Kontostand checken: Dank Smartphones, Tablet-PCs und handlichen Notebooks surfen Sie auch während des Urlaubs im Internet.

Das kann allerdings schnell sehr teuer werden. Grund sind die sogenannten Roaming-Gebühren – also die Kosten dafür, dass Sie mit Ihrer deutschen SIM-Karte ein ausländisches Mobilfunknetz nutzen.

Die EU hat mittlerweile die Höchstgrenze für das Roaming festgesetzt. Wer eine Summe von 59,90 Euro erreicht, bei dem muss der Provider die Datenverbindung kappen. Dann lassen sich nur noch SMS verschicken oder herkömmliche Telefonate führen. Über das Erreichen der Grenze informiert Sie Ihr Provider rechtzeitig per SMS oder Mail und bietet unter Umständen eine Erweiterung des Roaming-Puffers an.

Diese Regelung gilt zwar weltweit, trotzdem gibt es Berichte von Urlaubern aus exotischen Ländern, bei denen der Kosten-Airbag nicht funktioniert hat. Die Gründe hierfür liegen nach Aussagen der Mobilfunkbetreiber in technischen Problemen bei der Übertragung der Verbrauchsdaten an den Provider. Bei welchen Ländern es zu diesen Problemen kommen kann, ist aber unklar und sollte beim jeweiligen Provider kurz vor Reiseantritt erfragt werden.

Lösung: Ausländische Prepaid-Karten

Wer das Internet auch im Urlaub intensiv nutzt, erreicht mitunter schnell die 59,90-Euro-Schallmauer, denn einige Provider verlangen gleich mehrere Euro pro übertragenem Megabyte.

Der Ausweg aus dieser Kostenfalle: Prepaid-SIM-Karten eines ausländischen Providers, die eine Daten-Flatrate oder ein vorher festgelegtes Datenvolumen enthalten. So surfen Sie im Netz des Gastlandes und umgehen die Roaming-Gebühren. Der Erwerb einer Prepaid-Karte im Ausland ist seit 2011 für alle EU-Bürger möglich.

Achtung: Wer im Ausland eine Prepaid-Karte kauft, erhält natürlich auch eine neue Telefonnummer, über die Sie dann ausschließlich erreichbar sind. Zudem sollten Sie beim Kauf Ihren Ausweis oder Reisepass für eine eventuell nötige Registrierung griffbereit haben.

Handy und Surfstick ohne SIM- und Net-Lock

Ganz wichtig: Um eine ausländische SIM-Karte zu nutzen, muss Ihr Smartphone oder der Surfstick, den Sie an Ihr Note- oder Netbook anschließen, SIM- und Net-Lock-frei sein. Mit einer solchen Sperre versehen viele Provider Telefone, die Sie vergünstigt zusammen mit einem Mobilfunkvertrag erwerben. Sie bewirkt, dass Sie kein anderes Mobilfunknetz verwenden können.

So sorgen die Provider dafür, dass sich das subventionierte Smartphone durch ausschließliches Telefonieren und Surfen im eigenen Netz nach ein oder zwei Jahren amortisiert. Nach Ablauf der Mindestvertragslaufzeit lässt sich Ihr Gerät übrigens entsperren – danach betreiben Sie Ihr Smartphone uneingeschränkt mit jeder beliebigen SIM-Karte.

 

Welche Provider stehen im Ausland zur Verfügung?

Bevor Sie Ihre Urlaubsreise antreten, sollten Sie überprüfen, ob in Ihrem Gastland ein ausreichend schnelles Netz zur Verfügung steht. Hierbei hilft Ihnen die Seite der GSM Association. Dort finden Sie Infos zu den jeweils aktiven Providern und Landkarten, auf denen Sie die Netzabdeckung einsehen.

Alternative: WLAN im Hotel oder Skype

Viele Hotels und Appartement-Anlagen bieten WLAN an. Teilweise erheben die Häuser eine geringe Tages- oder Urlaubspauschale, einige Anbieter stellen ihren Gästen den Zugang zum Internet komplett gratis zur Verfügung.

Keinerlei Roaming-Kosten für das Telefonieren fallen übrigens an, wenn Sie sich a) für eine ausländische Prepaid-Karten mit Datenvolumen entscheiden und b) das Programm Skype verwenden. Mit der Software nutzen Sie das Internet für Gratis-Gespräche. Voraussetzung ist, dass auch Ihr Gegenüber Skype installiert hat.

Wichtig hierbei: Fragen Sie beim ausländischen Provider vorab nach, ob der via Prepaid Skype-Telefonate zulässt.

Wie hoch sind die Roaming-Gebühren in der EU?

In der Europäischen Union beträgt die Obergrenze 59,50 Euro pro Monat. Sind 80 Prozent des Kontingents ausgeschöpft, meldet sich der Provider per SMS oder Mail und warnt, dass die Grenze bald erreicht ist. Anschließend kappt der Provider die Datenübertragung und lässt nur noch SMS oder einfache Telefonate zu.

Gibt es Kostengrenzen außerhalb der EU?

Nein. Hinsichtlich der Gebühren gibt es zum Beispiel für Länder wie die Türkei, die USA oder die Schweiz keine gesetzlichen Regelungen. Hier entstehen weiterhin zum Teil erhebliche Kosten. Vor Reiseantritt lohnt deshalb ein Blick in die Tarif-Tabelle Ihre Providers.

Wann erreiche ich die 59,90-Euro-Kostengrenze?

Jeder Provider legt seine Preise für die Datenübertragung selbst fest. Aus diesem Grund kommt es zu großen Unterschieden bei den Gebühren. Pro Megabyte fallen Kosten von 40 Cent bis knapp 20 Euro an. Noch teurer wird es im Nicht-EU-Ausland; hier entstehen schnell Gebühren von bis zu 26 Euro je Megabyte.

Welche Daten kann ich für 59,90 Euro laden?

Vorsicht: Ein mit der Handykamera geschossenes Foto ist unter Umständen mehrere Megabyte groß. Wer es sofort verschickt, hat schnell die 59,90-Euro-Grenze erreicht. Einfache E-Mails benötigen nur wenige Kilobyte. Wer außerhalb der EU viele Fotos verschickt, darf sich nicht wundern, wenn er am Ende mehrere Hundert Euro auf der Telefonrechnung hat.

Wie behalte ich die Kosten im Griff?

Viele Smartphone-Apps greifen ständig auf das Internet zu, ohne dass Sie es merken. Schalten Sie deshalb zum Beispiel Ortungsdienste grundsätzlich ab, aktivieren Sie immer, wenn Sie nicht surfen wollen, den sogenannten Flugmodus und verzichten Sie im Urlaub auf den Download von App-Updates. Schalten Sie Ihre Mailbox (Anrufbeantworter) aus. Verpassen Sie einen Anruf oder ist besetzt, zahlen Sie die Weiterleitung zurück auf den deutschen Anrufbeantworter. Die Abfrage kostet dann doppelt.

 
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